Ein möglicher Standpunkt dazu

 

Es ist ja eine Art humanistische Grundannahme, dass eine „höhere Zivilisationsstufe“ die Menschen „zivilisierter“ macht. Aber spätestens mit dem Holocaust hat sich diese Vorstellung ja wohl als vollkommen absurd entlarvt. Dort hat Zivilisation die Barbarei nur perfektioniert und schlicht wesentlich effizienter gemacht. 

 

Man sollte sich auch nicht einbilden, dass nun wenigstens diese Menschheitskatastrophe die „zivilisierten“ Menschen auf längere Dauer zur Vernunft gebracht hat. Da helfen alle „Nie wieder“-Appelle wenig.

 

Wenn sich die Gelegenheit bietet, sind immer genügend Menschen bereit, alle Hemmungen fallen zu lassen.

 

So ist z.B. die Sklaverei ja seit langem abgeschafft, aber trotzdem gibt es jetzt mehr Sklaven, oder Menschen in sklavengleichen Verhältnissen, als je zuvor in der Menschheitsgeschichte.

 

Natürlich weiß das alles jeder, der Nachrichten sieht. Aber trotzdem herrscht das Gefühl vor, durch die eigene Zivilisation irgendwie geschützt zu sein. 

 

Es ist nicht die Zivilisation, die einen schützt, sondern allein das, was man mit den Angeboten der Zivilisation macht. 

 

Und da hilft es sicher, daran zu denken, wie dünn die Schicht aus bewusst emphatischem Wesen über einer ziemlich aggressiven und brutalen Affenart ist. Denn Zivilisation nährt sich aus beidem. 

 

Wie sehen Sie das?                                                                                                                                                home