Ein möglicher Standpunkt dazu

 

Gute Ideen sind häufig ziemlich erklärungsbedürftig, sonst hätte sie vermutlich längst schon jemand gehabt und sie wären längst schon ausprobiert worden. Schlechte Ideen hingegen sind häufig verführerisch vereinfachend.

 

Konstruktion braucht Zeit und Durchhaltevermögen, für Destruktion reicht ein Affekt. Der Bau eines Hauses dauert Monate, seine Sprengung Sekunden. Das Haus kann Jahrhunderte Schutz gewähren, seine Sprengung meist nur eine äußerst kurze Befriedigung. Der Bau ist selten eine Nachricht, die Sprengung fast immer. 

 

Alles Leben funktioniert nach dem Prinzip der maximalen Ökonomie: Maximal mögliche Wirkung bei minimal möglichem Aufwand. Für das soziale Leben der Menschen gilt das auch. Und die soziale Währung ist Aufmerksamkeit. Jedes Kind weiß, wie schnell es Aufmerksamkeit bekommt, wenn es etwas etwas kaputt macht, nur weiß es auch, dass der Preis dafür sozialer Druck aus seinem Umfeld ist. Populisten aber, egal welcher Färbung, haben gute Chancen, destruktiv mit minimalem Aufwand maximale Wirkung zu erzielen, ohne die Konsequenzen dafür (noch) selber tragen zu müssen. 

 

Es ist global über die letzten Jahrzehnte und auch Jahrhunderte so vieles besser geworden, dass man ernsthaft behaupten kann, die Welt wird besser, wenn sie kann. Allerdings basieren viele dieser positiven Entwicklungen auf einem ständigen Wirtschaftswachstum, das rein technisch irgendwann enden muss. Und in den letzten Jahrzehnten haben wir alle Hemmungen fallen lassen und gnadenlos Rohstoffe, Energie, Lebensumwelt und Geld von unseren Kindern gestohlen. Jetzt hat die Welt einen Kater und man wittert rechts wie links den Untergang. 

 

Dabei ist die Welt, die wir geschaffen haben, nach wie vor in unseren Händen. Wir sind keine Zauberlehrlinge und keine Frankensteins, die den Folgen ihres Tuns ausgeliefert sind. Das ist eine romantische Verbrämung der Situation. Damit macht man es sich zu einfach. Das Weltwissen und noch mehr die Zahl der Menschen mit Zugang dazu, sind in den letzten Jahrzehnten geradezu explodiert. Rein statistisch muss es eine Menge Einsteins, Mozarts und Gandhis geben, die nur darauf warten, loslegen zu können. Wir haben ganz sicher die geistigen Ressourcen, alle unsere Probleme anzugehen. 

 

Aber natürlich müssen wir uns damit beeilen. Stattdessen schicken wir uns gerade an, auch das noch, was wir unseren Kindern übrig gelassen haben, in einem globalen Wutrausch zu zerschlagen. Die letzte große Globalisierungsrunde ist übrigens mit „Stahlgewittern“ beendet worden.

Das dann doch bitte nicht – Also ab in die Thinktanks?!

 

Wie sehen Sie das?                                                                                                                                                  home