Ein möglicher Standpunkt dazu

 

Jeder Mensch ist einzigartig. Klar, das ist ein Sinnspruch für den Kindergarten. In der Realität angekommen, scheint man eher eine Mixtur aus den Identitäten der Gruppen zu sein, denen man angehört. Tatsächlich kann auch diese Mixtur schon ziemlich besonders sein, aber reicht das?

 

Ist es nicht tatsächlich doch so, dass wir auf Grund der Variabilität unserer Gene und der Vielfalt der möglichen Umwelteinflüsse während unserer Entwicklung schon rein statistisch einmalig sein müssen - und uns diese Einmaligkeit Angst macht - und wir uns mit der Selbstdefinition über Gruppenidentitäten schützen, wie Jugendliche mit Ihrer Clique?

 

Gibt es nicht genau deshalb ein so reichhaltiges Angebot an Schubladen, in die wir uns zurückziehen können? In den Feuilletons, in den gesellschaftlichen Diskussionen von links bis rechts, natürlich in der Werbung - für jeden Wunsch das Passende: nationale Identitäten, kulturelle Identitäten, Opfer- und Beschützer-identitäten und viele mehr. Aber je genauer man eine solche Identität beschreibt, desto dumpf klischeehafter wird sie. 

 

Wir haben Probleme mit dem Individualismus, den wir vor ein paar hundert Jahren für uns entdeckt haben, wir wollen in irgendetwas richtig aufgehen. Aber es hilft nichts, wir sind Individuen und das auch schon sehr viel länger als es den Begriff gibt. Ganz egal ob wir das nun mögen oder nicht.

 

Identitäten sind Narrative, Geschichten, Erzählungen, vielleicht schön, aber nicht real.

 

Wie sehen Sie das?                                                                                                                                                home